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Spanier leben länger - warum?

von Dr. med. Peter Konopka (Kommentare: 0)

Mediterrane Lebensweise und Ernährung

„Diät“ heißt „Lebensweise“

An der Spitze der Langlebigkeit in Europa liegen Spanien, Italien und Frankreich. Was verbindet diese Länder – und was ist der Grund für ihre längere Lebenserwartung? Man denkt natürlich zunächst an die „Mittelmeer-Diät“ -  wobei bereits ein Denkfehler enthalten ist. Denn man misst der Ernährung ganz allgemein einen zu großen Stellenwert bei. Der Begriff „Diät“ (griechisch: diaita) bedeutet nämlich ursprünglich nicht „Ernährung“ sondern „Lebensweise“, zu der die Ernährung gehört.

Es ist vermutlich nicht die mediterrane Ernährung allein, die die Langlebigkeit fördert, sondern die gesamte mediterrane Lebensweise. Dazu gehört auch das Gemüt, eine fröhliche Lebenseinstellung – und viel Liebe bei der Zubereitung der Speisen verbunden mit Harmonie, Genuss und Geselligkeit bei ihrem Verzehr. Südländer zelebrieren ihre Mahlzeiten – und wir essen oft deswegen, damit gegessen ist. Erst wenn man auch die südländische Art zu leben in die eigene Lebensweise integriert, kann eine„gesunde mediterrane Ernährung“ erst so richtig ihre Wirkung entfalten.

Was nicht zu einer gesunden Mittelmeer-Diät gehört

Bleiben wir also bei dem Begriff „Diät“, um auszudrücken, dass nicht nur die Ernährung, sondern auch die gesamte Lebensweise für die gesundheitlichen Wirkungen wichtig ist. Außerdem muss man zuerst Platz schaffen für eine gesunde Mittelmeer-Diät, indem man das weglässt, was nicht dazugehört.

Auch wenn man gewohnt ist, dass man bestimmte Nahrungsmittel mit der Mittelmeer-Diät identifiziert, so ist die Mittelmeer-Diät, die mit „gesund“ gemeint ist, eine Ernährungsform, bei der folgende Nahrungsmittel eingeschränkt verwendet oder ganz gemieden werden sollten – nämlich:

  • Weißmehlprodukte
  • Zucker und Süßigkeiten (ersetzen durch Obst)
  • wenig rotes Fleisch
  • wenig Speisesalz, mehr Gewürze

Basis einer gesunden Mittelmeer-Diät

  • Gemüse und Früchte
  • Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen, Linsen)
  • Vollkornprodukte (auch Produkte aus Hartweizen*)
  • Fisch (mindestens zweimal in der Woche)
  • Nüsse und Samen
  • Olivenöl
  • Weinkonsum "in Maßen"(?)

* Kohlenhydrate sollen ganz allgemein in einer gesunden Kost für den „Normalbürger“ gering gehalten werden, um eine Erhöhung des Insulinspiegels zu vermeiden. Wenn man Kohlenhydrate zu sich nimmt, sollten es Kohlenhydrate sein, die nur langsam ins Blut „sickern“ wie Vollkornprodukte, aber auch Hartweizenprodukte wie Spaghetti, Makkaroni und andere aus Hartweizen hergestellte Pasta. Denn auch Hartweizenprodukte „sickern“ ins Blut – aber die Menge sollte trotzdem gering sein (siehe LOGI-Methode).

(?) Damit dürfte wohl das berühmte "Gläschen Rotwein" gemeint sein. Offiziell werden medizinisch bis zu 30 g Alkohol bei Männern und bis zu 15 g bei Frauen pro Tag für unbedenklich gehalten. (Entspricht bei 8% Alkohol im Wein etwa 375 ml für Männer bzw. 250 ml für Frauen)

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