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Ostern - kirchliches Fest und altes Brauchtum

von Dr. med. Peter Konopka (Kommentare: 0)

Frohe Ostern!

Wie eine Umfrage ergab, sind heute mehr als 90 % der Kinder der Meinung, Ostern sei das Fest, an dem der Osterhase geboren wurde. Eine Umfrage bei Erwachsenen ist uns nicht bekannt – aber wer weiß denn wirklich genau, wie das alles zusammenhängt?

Vom Passahfest zum Osterfest

Ostern ist das älteste christliche Fest (älter als das Weihnachtsfest) und das Hauptfest im Kirchenjahr. Ursprünglich ist das Osterfest aus der Umdeutung des jüdischen Passahfestes hervorgegangen. Das Passah ist eine jüdische Feier zur Erinnerung an die Befreiung der Israeliten 1513 vor Christus aus ägyptischer Sklaverei.

Deswegen hat Ostern in vielen Sprachen die Wortwurzel, die auf das Passahfest zurückgeht, in sich, zum Beispiel heißt Ostern italienisch Pasqua, französisch Paques, spanisch Pascua, dänisch Paske, schwedisch Pask, norwegisch Paske, rumänisch Pasti usw.

Im Kirchenjahr dient das Osterfest dem Gedächtnis an Tod und Auferstehung von Jesus Christus. Um diese zentrale Bedeutung von Ostern hat sich im Laufe der Zeit ein mannigfaltiges Brauchtum entwickelt – das zunehmend in den Vordergrund rückte und dazu geführt hat, dass der Großteil der Kinder heute tatsächlich der Meinung ist, dass Ostern der Osterhase geboren wurde...

Ostereier

Das Bemalen von Eiern geht auf vorchristliche Zeit zurück. So wurden in Gräbern der Sumerer und Ägypter über 5000 Jahre alte verzierte Straußeneier gefunden. In der christlichen Tradition gilt das Ei als Symbol der Auferstehung. Das Ei ist außerdem in vielen Kulturen und Glaubensrichtungen das Symbol für einen Neuanfang.

Osterhase

Der Osterhase wird zum ersten Mal von dem Medizinprofessor Georg Franck von Franckenau im Jahr 1682 in der Abhandlung „De ovis paschalibus – von Oster-Eyern“ erwähnt (s. unten). Der Hase ist in vielen Kulturen ein Symbol der Fruchtbarkeit und damit ein Symbol für den kommenden Frühling - unabhängig von der Glaubensrichtung.

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