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Kommt Halloween wirklich aus Amerika?

von Dr. med. Peter Konopka (Kommentare: 0)

Halloween geht auf europäisches Brauchtum zurück

Kürbiskopf hat den Rübenkopf (Abbildung) abgelöst. © Jonathan Jakob, grewi.de

Die meisten Menschen glauben, dass der Brauch des Halloween aus Amerika stammt. Viele schimpfen auch über den Kommerz, der damit verbunden ist. Einige ärgern sich darüber, dass „unser“ Fest Allerheiligen durch den Halloween-Brauch verwässert wird – und in kirchlichen Kreisen wird dieses angeblich „neue Fest“ als importierter Aberglaube verteufelt und als Konkurrenz für Allerheiligen und den Reformationstag befürchtet. Aber - ob man es glaubt oder nicht - Halloween ist ursprünglich aus europäischem Brauchtum entstanden:

Schon der Name"Hallow´een"
stammt aus dem anglo-irischen Sprachraum. Hier wurde am Abend vor Allerheiligen der "All Hallowe Eve" – der „Allerheiligenabend“ – gefeiert. Auswanderer brachten dann diesen Brauch nach Amerika, wo er sich schnell verbreitete und von wo er nun wieder zu uns zurückkommt.

Auch Wurzeln im keltischen Jahresfest Samhain
Brauchtumsforscher sind der Meinung, dass das Halloween-Fest seine Wurzeln auch im keltischen Jahresfest Samhain habe, dem „Ende des Sommers“ bzw. „Winteranfang“. Nach keltischen Glauben sollen an diesem Tag auch die Seelen der Ahnen die Welt der Lebenden heimsuchen, sodass man mit ihnen Kontakt aufnehmen kann. Im katholischen Glauben besteht die Vorstellung, dass an diesem Tag die Seelen der Verstorbenen ihre alte Heimat aufsuchen und ihnen Essen und Lichter bereitgestellt werden.

Aushöhlen, Schnitzen und Beleuchten von Rübenköpfen
Auch das Aushöhlen, Schnitzen und Beleuchten von Rübenköpfen in der dunklen Jahreszeit war schon seit Jahrhunderten im südlichen Deutschland und in der Schweiz bekannt. Im Saarland wurde der "Rummelbooze" und in Thüringen der "Rubebotz" als Rübengeister geschnitzt und beleuchtet. Bei den Alemannen wurde das Einbringen der letzten Feldfrüchte mit dem geschnitzten "Räbenlicht" gefeiert. Im Laufe der Zeit wurde der Rübenkopf durch den Kürbiskopf ersetzt.

Sammeln von Süßigkeiten
Auch das Sammeln von Süßigkeiten hat seine Wurzeln in einem alten mitteleuropäischen Brauchtum. An Allerheiligen wurden Kinder von ihren Paten mit Brot und Kuchen beschenkt. Sie ziehen aber auch wie die Armen von Haus zu Haus, singen und empfangen "um der armen Seelen willen" Gaben an Äpfeln, Getreide, Mehl, Schmalz, Geld und Brot.

Christliches Brauchtum
Im christlichen Brauchtum zu Allerseelen ist auch die Vorstellung enthalten, dass die Seelen der Verstorbenen in den Nächten um die Monatswende von Oktober auf November als „kleine Lichter“ umhergehen und gerade auf Friedhöfen, aber auch in und um ihr früheres Zuhause sichtbar werden.

Quelle: Grenzwissenschaft aktuell

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